Übersetzte Sarkoidose - Literatur

Die wissenschaftliche Forschung zur Sarkoidose entwickelt sich kontinuierlich weiter, ebenso wie das Verständnis von notwendiger und angebrachter Versorgung von Betroffenen. Viele wichtige Fachartikel erscheinen heute unter Creative Commons - Lizenzen, die rechtlich eine Übersetzung und Weitergabe erlauben.

Auf dieser Seite findet ihr eine Auswahl solcher Veröffentlichungen in deutscher Übersetzung. Ziel ist es, den Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen für deutschsprachige Leserinnen und Leser zu erleichtern. Die Übersetzungen sollen dabei das Original möglichst unverändert wiedergeben. Sie verstehen sich als Lesehilfe und nicht als eigenständige Bearbeitung oder vereinfachte Darstellung der wissenschaftlichen Inhalte.

Automatische Übersetzungstools haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht und sind für viele Texte gut geeignet - ich verwende sie auch als Basis für meine Übersetzungen. Trotzdem passieren oft Hoppalas, welche die Aussage stark verfälschen. Die hier bereitgestellten oder verlinkten Übersetzungen wurden deshalb sorgfältig geprüft und sprachlich überarbeitet, um eine möglichst präzise und gut lesbare deutsche Fassung zu bieten.

Zu jedem Artikel gibt es auch die Referenz auf den Originaltitel der wissenschaftlichen Erstveröffentlichung. Maßgeblich bleibt stets die Originalpublikation der Autorinnen und Autoren.

Beachtet bitte auch die deutschsprachigen Artikel unter Fachliteratur oder bei den Links zur Einführung.

„Treatable Traits“-Ansatz für eine personalisierte Behandlung der Sarkoidose

Die Strategie der "behandelbaren Merkmale" (TT) zielt darauf ab, behandelbare Beschwerden und Ursachen entsprechend ihrer Art zu identifizieren und Patienten im Sinne der Präzisionsmedizin entsprechend zu behandeln. In dieser Arbeit werden ätiologische, lebensstilbezogene, pulmonale, extrapulmonale (systemische) Merkmale sowie Komorbiditäten aufgelistet und ihre Behandlung im Zusammenspiel unterschiedlicher Fachrichtungen behandelt.

Originalartikel von Francesco Amati et al.:
Treatable traits approach for personalised management of sarcoidosis
DOI: 10.1136/bmjresp-2025-003919 (2026)

Klinische Erscheinungsbilder der familiären Sarkoidose

Eine Hilfe, wie diese Studie aus Betroffenensicht interpretiert werden könnte, habe ich in einem Vorwort zu Familiäre Sarkoidose festgehalten.
Registerdaten aus Finnland zeigen, dass dort etwa jeder 20. Sarkoidosepatient einen ebenso Erkrankten in seiner Verwandtschaft hat. Es wird der Frage nachgegangen, ob diese familiäre Sarkoidose besondere Eigenschaften zeigt.
Die Prävalenz der Sarkoidose wird mit etwa 1:1000 angegeben. Ein Grund für diese große Häufigkeit könnte auch die Vorgehensweise sein, Personen schon beim Verdacht auf Sarkoidose zur Abklärung in eine spezialisierte Einrichtung zu schicken.

Originalartikel von Koivu S, Puhakka A, Huovinen J, et al. et al.:
Clinical presentations of familial sarcoidosis: a retrospective cohort study from Finland
DOI: 10.1136/bmjresp-2026-004128 (2026)

Von Genen zu Granulomen: Der genetische Bauplan der Sarkoidose

Aktuelle Arbeiten deuten darauf hin, dass Sarkoidose-Granulome durch eine anhaltende Immunaktivierung, metabolische Umprogrammierung und genetische Faktoren verursacht werden. Diese Arbeit verschiebt das Paradigma von T- Zellen hin zu Makrophagen als Hauptakteure.
Auch genetische Gemeinsamkeiten mit Autoimmun-Erkrankungen werden aufgezeigt.



Originalartikel von Martin Petrek and Natalia V Rivera:
From genes to granulomas: the genetic blueprint of sarcoidosis
DOI: 10.1016/j.coi.2025.102663 (2025)

Paradigmenwechsel in der Sarkoidosebehandlung weg von oralen Cortikosteroiden (OCS)

Eine Toxizität von oralen Cortikosteroiden kann schnell auftreten. Die akuten Nebenwirkungen können sich kumulativ auswirken und bereits bei Prednisondosen von <5 mg täglich auftreten. Ziel des Umgangs mit Cortison bei Sarkoidose ist die Minimierung ihres Einsatzes durch eine kluge Abwägung der besten anfänglichen und nachfolgenden Behandlungsoptionen.



Originalartikel von Athol U Wells et al:
A paradigm shift in corticosteroid therapy for sarcoidosis,
DOI: 10.1016/S2213-2600(25)00338-8 (2025)

Sarkoidose & Arbeit: eine ganzheitliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit

Für viele Menschen mit Sarkoidose ist es notwendig, ihren Lebensrhythmus anzupassen. Dies hat einen großen Einfluss – sowohl privat als auch im Bereich Arbeit, Studium oder ehrenamtliche Tätigkeiten. Dabei sind funktionelle Einschränkungen durch die Sarkoidose für Andere meist nicht offensichtlich erkennbar.
Eine Arbeit von Katja Schillhorn nach einer Vorlage von Marjolein Drent.


Auch hier erschienen: Francesco Bonella, Katja Schillhorn, Marjolein Drent:
Grenzen überwinden, DOI: 10.1055/a-2705-7546 (2025)
Bei ELF gibt es die Infografiken daraus, hier die deutschsprachige Version.

Einsatz von Sirolimus, einem mTOR-Inhibitor, zur Behandlung von Sarkoidose in mehreren Systemen

Fasst Fallberichte zusammen, in denen Sirolimus bei der Behandlung verschiedener Phänotypen der Sarkoidose wirksam war. Obwohl alle Patienten eine bemerkenswerte Verbesserung als Reaktion auf Sirolimus zeigten, wurden keine randomisierten kontrollierten Studien durchgeführt.



Originalartikel von Liam McGuire, Roxxy Brown, Angeliki Asimaki:
Use of Sirolimus, an mTOR Inhibitor, to Treat Sarcoidosis in Multiple Systems
DOI: 10.1007/s12265-025-10700-4 (2025)

Navigation bei Sarkoidose: Erkennen, Behandeln und Unterstützen von Patienten in der Primärversorgung

Dieser Artikel soll Ärzten in der Primärversorgung praktische Instrumente für die Früherkennung und Behandlung von Sarkoidose an die Hand geben und ihre Rolle bei der Überwachung des Krankheitsverlaufs und der unterstützenden Behandlung hervorheben.

Im Anhang gibt es die Fatigue Assessment Scale (FAS) (© ild care foundation) zur empfohlenen Verwendung und hier eine druckerfreundliche Version der Fragen.

Originalartikel von Marjolein Drent & Nellie Jans:
Navigating sarcoidosis: Recognizing, managing, and supporting patients in primary care
DOI: 10.1080/13814788.2024.2418307 (2024)

Ein Rahmenkonzept zum Ausschluss alternativer Diagnosen bei Sarkoidose

Für die Diagnose einer Sarkoidose gibt es keinen einzelnen beweisenden Test. Neben einem passenden klinischen Erscheinungsbild und – sofern möglich – dem histologischen Nachweis einer granulomatösen Entzündung gehört deshalb der Ausschluss alternativer Ursachen zu den drei grundlegenden Diagnosekriterien. Diese Übersichtsarbeit bietet ein Rahmenkonzept dafür, wie umfangreich nach Differentialdiagnosen gesucht werden sollte: abhängig von der Wahrscheinlichkeit einer Sarkoidose, der Zahl und Art betroffener Organe sowie von Befunden, die für alternative Diagnosen sprechen.

Originalartikel von Logan J. Harper, Carol F. Farver, Ruchi Yadav und Daniel A. Culver:
A framework for exclusion of alternative diagnoses in sarcoidosis
DOI: 10.1016/j.jaut.2024.103288 (2024)

Die Symptome der pulmonalen Sarkoidose

Die Beurteilung der mit pulmonaler Sarkoidose verbundenen Symptome ist ein wichtiger Bestandteil des Krankheitsmanagements. Obwohl quantifizierbare objektive Messungen der Lungenphysiologie und der Brustbildgebung für die Beurteilung der pulmonalen Sarkoidose wichtig sind, korrelieren sie nur schlecht mit der Lebensqualität des Patienten.




Originalartikel von Marc A. Judson:
The Symptoms of Pulmonary Sarcoidosis
DOI: 10.3390/jcm12186088 (2023)

Respiratorische und nicht-respiratorische Symptome bei Patienten mit IPF oder Sarkoidose und Kontrollpersonen

Eine wichtige Beschreibung, wie unterschiedlich IPF- und Sarkoidosepatienten auf einer typischen Lungenambulanz wahrgenommen werden.
Sarkoidose ist einfach keine gutmütige IPF, sondern einfach eine ganz andere Erkrankung.



Originalartikel von Ada E.M. Bloem et. al:
Respiratory and non-respiratory symptoms in patients with IPF or sarcoidosis and controls
DOI: 10.1016/j.hrtlng.2023.05.013 (2023)

Gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) bei Sarkoidose

Was beeinträchtigt die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Menschen mit Sarkoidose – und was kann Versorgung dazu beitragen, sie zu verbessern? Diese umfassende Übersichtsarbeit betrachtet nicht nur Organbefunde, sondern vor allem Symptome, funktionelle Einschränkungen, Nebenwirkungen der Behandlung und ihre Auswirkungen auf Alltag, Arbeit, Familie und soziale Teilhabe. Sie verbindet die Patientenperspektive mit konkreten Ansätzen für patientenzentrierte Kommunikation, Symptommanagement, Selbstmanagement und körperliche Aktivität.

Originalartikel von Lesley Ann Saketkoo, Anne-Marie Russell, Kelly Jensen et al.:
Health-Related Quality of Life (HRQoL) in Sarcoidosis: Diagnosis, Management, and Health Outcomes
DOI: 10.3390/diagnostics11061089 (2021)

Sarkoidose Patient Charter

Was fordern Sarkoidose-Patientenvertretungen im internationalen Konsens für Versorgung und Forschung? (2022)



Den Originalartikel und weiteres Material der ELF Sarcoidosis Gruppe gibt es hier:
ELF PAG Bibliothek.

Umfassende Versorgung von Patienten mit Sarkoidose

Wie sollten Sarkoidose-Patienten gut versorgt werden - was ist der Meinung der Experten, die viele Patienten betreuen?
Dieser Artikel ist auch wahrscheinlich stark von der Erstellung der Leitlinien für Diagnose und Therapie inspiriert.




Originalartikel von Catharina C. Moor et al:
Comprehensive Care for Patients with Sarcoidosis
DOI: 10.3390/jcm9020390 (2020)

Sarkoidose Patient Journey

Dieser Artikel wurde im Vorfeld der ERS-Leitlinienentwicklung zur Therapie der Sarkoidose erstellt, um eine konsolidierte Patientenperspektive in den Leitlinienprozess einzubringen.
Ein historisches Dokument mit internationaler Gültigkeit.

Originalartikel der ELF PAG-Gruppe:
ern-lung.eu/wp-content/uploads/2021/01/Sarc-PJ-Final.jpg (2020)

Sarkoidose und Arbeitsleben

Die Auswirkungen der Sarkoidose auf das Arbeitsleben werden durch klassische Organbefunde nur unvollständig erfasst. In dieser Studie berichten Betroffene über Fehlzeiten, Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit und ihre Erfahrungen mit Erwerbsunfähigkeitsbegutachtungen. Besonders deutlich wird die Bedeutung von Fatigue, verminderter Belastbarkeit und anderen nicht unmittelbar sichtbaren Beschwerden. Die Autoren leiten daraus den Bedarf für ein krankheitsspezifisches ICF-Core-Set zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ab.

Originalartikel von C. M. R. Hendriks et al.:
Sarcoidosis and Work Participation: The Need to Develop a Disease-Specific Core Set for Assessment of Work Ability
DOI: 10.1007/s00408-019-00234-3 (2019)

Die Belastung durch Sarkoidose-Symptome aus Patientensicht

Welche Beschwerden belasten Menschen mit Sarkoidose tatsächlich am stärksten? Eine internationale Befragung zeigt, dass neben organbezogenen Symptomen vor allem Fatigue, Schmerzen und eine verminderte körperliche Belastbarkeit den Alltag prägen. Die Arbeit macht zugleich sichtbar, dass die für Patienten besonders belastenden Symptome durch übliche klinische Untersuchungen nicht immer ausreichend erfasst werden.

Originalartikel von M. Voortman et al.:
The Burden of Sarcoidosis Symptoms from a Patient Perspective
DOI: 10.1007/s00408-019-00206-7 (2019)

Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Aufklärung bei Sarkoidose

Was wissen Menschen mit Sarkoidose über ihre Erkrankung – und welche Informationen fehlen ihnen? Diese interaktive Befragung von Patienten und Partnern untersucht Informationsbedarf, Wahrnehmung der Erkrankung und Erfahrungen mit der Aufklärung. Sie zeigt deutliche Wissenslücken und macht sichtbar, wie wichtig verständliche, verlässliche Informationen und eine bessere Kommunikation zwischen Behandelnden, Patienten und Angehörigen sind.

Originalartikel von C. M. R. Hendriks et al.:
Needs, Perceptions and Education in Sarcoidosis: A Live Interactive Survey of Patients and Partners
DOI: 10.1007/s00408-018-0175-5 (2018)

Läsionen der Mundschleimhaut bei Sarkoidose: Vergleich mit Hautläsionen

Die Erscheinungsform der Hautsarkoidose (linke Bilder) von 5 Patienten wird mit den Läsionen von Zunge, Mund und Zahnfleisch (rechte Bilder) verglichen.
Zwar schon älter, aber eindrucksvolle Bilder und ein eindrucksvoller Beleg, dass Sarkoidose eine systemische Erkrankung ist.



Originalartikel von Marcello Menta S. Nico et al:
Oral Mucosal Lesions in Sarcoidosis: Comparison with Cutaneous Lesions
DOI: 10.2340/00015555-2262 (2016)



(Last Change: 2026-08-15)