Allgemein
Fatigue
Eine bei Sarkoidose häufige, oft ausgeprägte körperliche und geistige Erschöpfung, die sich durch Ruhe oder Schlaf nicht ausreichend bessert und nicht einfach mit Müdigkeit gleichzusetzen ist.
Auswirkungen:
verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit; Konzentrationsprobleme; Einschränkungen von Alltag, Arbeit und sozialer Teilhabe.
DD:
Schlafstörungen/Schlafapnoe · Anämie · Schilddrüsenerkrankungen · Infektionen · Depression · Medikamente · körperliche Dekonditionierung
↑ zur Grafik
Generelles Unwohlsein
Ein unspezifisches Gefühl des Krankseins, oft beschrieben wie eine leichte Grippe, kann als Ausdruck der systemischen Entzündungsreaktion bei Sarkoidose auftreten, ohne dass sich die Beschwerden einem einzelnen Organ zuordnen lassen.
Auswirkungen:
Abgeschlagenheit; vermindertes Aktivitätsniveau; häufig verstärktes Ruhebedürfnis.
DD:
Infektionen · andere entzündliche Erkrankungen · Tumorerkrankungen · Medikamentennebenwirkungen · psychische Belastungen
↑ zur Grafik
Energieverlust
Verminderte Energie kann Teil der nicht organspezifischen Symptomatik der Sarkoidose sein und tritt häufig zusammen mit Fatigue und verminderter Belastbarkeit auf.
Auswirkungen:
verminderte Alltagsaktivität; reduzierte Belastbarkeit; mögliche körperliche Dekonditionierung.
DD:
Anämie · Schilddrüsenerkrankungen · Schlafstörungen · Depression · Herz-/Lungenerkrankungen · Medikamente · Dekonditionierung
↑ zur Grafik
Verminderte körperliche Belastbarkeit
Bei Sarkoidose kann die Leistungsfähigkeit durch Lungen- oder Herzbeteiligung, Muskelprobleme, Fatigue, Schmerzen oder körperliche Dekonditionierung vermindert sein.
Auswirkungen:
frühe Erschöpfung bei körperlicher Aktivität; längere Erholungszeit; Einschränkungen von Alltag, Sport und Arbeit.
DD:
andere Herz- und Lungenerkrankungen · Anämie · Muskel- und Stoffwechselerkrankungen · Bewegungsmangel
↑ zur Grafik
Erhöhte Temperatur
Eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber kann Ausdruck der systemischen Entzündungsreaktion bei Sarkoidose sein.
Auswirkungen:
Schwitzen oder Frösteln; verstärkte Erschöpfung; bei höherem Fieber zusätzlicher Flüssigkeitsbedarf.
DD:
Infektionen · andere entzündliche Erkrankungen · Tumorerkrankungen · Medikamente
↑ zur Grafik
Gewichtsverlust
Unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann bei ausgeprägter systemischer Sarkoidose auftreten, ist aber ein sehr unspezifisches Allgemeinsymptom.
Auswirkungen:
Schwäche; Verlust von Muskelmasse und Belastbarkeit; bei ausgeprägtem Verlauf Mangelernährung.
DD:
Tumorerkrankungen · Infektionen · Schilddrüsenüberfunktion · Magen-Darm-Erkrankungen · Depression · Medikamentennebenwirkungen
↑ zur Grafik
Schlafprobleme
Schlafstörungen sind bei Sarkoidose häufig und können unter anderem mit Schmerzen, Atemproblemen, Fatigue, Restless Legs, psychischer Belastung oder Medikamenten zusammenhängen.
Auswirkungen:
Tagesmüdigkeit und Fatigue; Konzentrationsprobleme; verminderte Leistungsfähigkeit; Stimmungsschwankungen.
DD:
Schlafapnoe · primäre Schlafstörungen · Depression/Angst · Medikamente · Restless-Legs-Syndrom
↑ zur Grafik
Depressive Symptome
Depressive Beschwerden treten bei Sarkoidose häufiger auf und können sowohl eigenständig als auch im Zusammenhang mit chronischer Erkrankung, Fatigue, Schmerzen und eingeschränkter Lebensqualität entstehen.
Auswirkungen:
Antriebsminderung; Schlaf- und Konzentrationsprobleme; Einschränkungen von Alltag, Beziehungen und Lebensqualität.
DD:
depressive Erkrankung · Anpassungsstörung · Medikamenteneffekte · Schlafstörungen · Schilddrüsenerkrankungen
↑ zur Grafik
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Betroffene berichten häufig über Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis, die auch ohne nachgewiesene Neurosarkoidose auftreten und unter anderem mit Fatigue und anderen nicht organspezifischen Krankheitsfolgen zusammenhängen können.
Auswirkungen:
Vergesslichkeit; Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben und Alltagsorganisation; Einschränkungen in Beruf und Ausbildung.
DD:
Schlafmangel · Depression/Angst · Medikamente · neurologische Erkrankungen · Schilddrüsenerkrankungen · Vitamin-/Stoffwechselstörungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Die nicht organspezifischen Beschwerden sind häufig multifaktoriell. Entzündungsaktivität, bleibender Organschaden, Schlaf, Medikamente, Komorbiditäten und körperliche Dekonditionierung können gleichzeitig beitragen; die Zuordnung zu „der Sarkoidose“ ist daher nicht automatisch eine direkte Kausalaussage.
Obere Atemwege
Nasenpolypen
Chronische Entzündung und granulomatöse Veränderungen der Nasenschleimhaut bei Sarkoidose können Schleimhautschwellungen und polypenartige Veränderungen verursachen.
Auswirkungen:
behinderte Nasenatmung; Mundatmung; verminderter Geruchssinn; mögliche Schlafbeeinträchtigung.
DD:
chronische Rhinosinusitis · Allergie · Asthma/ASS-Intoleranz · andere entzündliche oder granulomatöse Erkrankungen
↑ zur Grafik
Nasenbluten
Entzündete, trockene oder granulomatös veränderte Nasenschleimhaut kann bei einer Sarkoidose der oberen Atemwege leichter bluten.
Auswirkungen:
wiederkehrende Blutungen und Krustenbildung; zusätzliche Reizung einer ohnehin trockenen oder entzündeten Schleimhaut.
DD:
trockene Schleimhaut · Infektion · Manipulation · Gerinnungsstörung/Antikoagulation · Tumoren
↑ zur Grafik
Rezidivierende Sinusitis
Eine Sarkoidose der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut kann Schwellungen und Abflussbehinderungen verursachen und dadurch wiederkehrende sinusitisähnliche Beschwerden hervorrufen.
Auswirkungen:
Gesichts- oder Kopfdruck; Sekret; behinderte Nasenatmung; Geruchsverlust.
DD:
chronische infektiöse oder allergische Rhinosinusitis · Nasenpolypen · anatomische Abflussbehinderung · andere granulomatöse Erkrankungen
↑ zur Grafik
Riechverlust
Entzündung und Schwellung in Nase und Nebenhöhlen können verhindern, dass Duftstoffe das Riechorgan ausreichend erreichen. Seltener kann auch die Riechbahn selbst betroffen sein.
Auswirkungen:
verminderte Geschmackswahrnehmung und Genussfähigkeit; eingeschränkte Wahrnehmung von Warnreizen wie Rauch.
DD:
virale/postvirale Riechstörung · chronische Rhinosinusitis · Nasenpolypen · neurologische Erkrankungen · Medikamente
↑ zur Grafik
Stridor
Ein pfeifendes oder raues Atemgeräusch beim Ein- und/oder Ausatmen kann entstehen, wenn entzündliche Veränderungen im Kehlkopf oder in den oberen Atemwegen zu einer Verengung führen.
Auswirkungen:
erschwerte Einatmung und Atemnot; bei ausgeprägter Verengung kann eine relevante Atemwegsobstruktion entstehen.
DD:
Infektion/Ödem des Kehlkopfs · Stimmbandlähmung · Tumor · Fremdkörper · andere Atemwegsverengungen
↑ zur Grafik
Atemnot
Bei einer Sarkoidose der oberen Atemwege kann Atemnot durch entzündliche Schwellung oder Verengung entstehen, während bei Sarkoidose insgesamt zahlreiche andere pulmonale und extrapulmonale Ursachen möglich sind.
Auswirkungen:
verminderte Belastbarkeit; Angst- oder Engegefühl; bei stärkerer Ausprägung Einschränkung von Sprechen und körperlicher Aktivität.
DD:
Lungen- oder Herzkrankheiten · Asthma · pulmonale Hypertonie · Anämie · Dekonditionierung · Angst/Panik
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Husten und Atemnot können sowohl aus den oberen Atemwegen als auch aus Lunge, Herz oder anderen Ursachen entstehen. Die Organbox beschreibt daher mögliche Wege, nicht eindeutige Zuordnungen.
Lunge
Bronchiale Überempfindlichkeit
Entzündung der Atemwege bei Sarkoidose kann dazu führen, dass sich die Bronchien auf Reize stärker verengen und asthmaähnliche Beschwerden verursachen.
Auswirkungen:
Husten; Giemen; anfallsartige Atemnot; verminderte Belastbarkeit.
DD:
Asthma · COPD · Infektionen · Allergien · andere entzündliche Atemwegserkrankungen
↑ zur Grafik
Trockener Husten
Entzündung und Reizung der Atemwege können bei Sarkoidose einen anhaltenden trockenen Hustenreiz auslösen.
Auswirkungen:
Schlafstörung; Brustwand- oder Muskelschmerzen; zusätzliche Fatigue und Erschöpfung.
DD:
Asthma · Infektion · Reflux · ACE-Hemmer · postnasales Sekret · andere interstitielle Lungenerkrankungen
↑ zur Grafik
Atemnot
Atemnot kann bei Sarkoidose aus unterschiedlichen Gründen entstehen: durch Veränderungen des Lungengewebes oder der Atemwege, gestörten Gasaustausch, pulmonale Hypertonie sowie durch Beeinträchtigungen von Herz, Atemmuskulatur oder anderen an der Atempumpe beteiligten Strukturen.
Auswirkungen:
verminderte Belastbarkeit und Alltagsaktivität; körperliche Dekonditionierung; bei stärkerer Ausprägung erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
DD:
Asthma/COPD · andere interstitielle Lungenerkrankungen · Herzinsuffizienz · Lungenembolie · pulmonale Hypertonie · Anämie · Dekonditionierung
↑ zur Grafik
Verminderte Belastungstoleranz
Eine verminderte Belastbarkeit kann bei pulmonaler Sarkoidose aus eingeschränkter Lungenfunktion entstehen, ist aber häufig multifaktoriell und kann auch durch Herz, Muskeln, Fatigue oder Dekonditionierung bedingt sein.
Auswirkungen:
Einschränkungen von Alltag, Beruf und Sport; zunehmende Inaktivität und Dekonditionierung.
DD:
andere Herz-/Lungenerkrankungen · Anämie · Muskelkrankheiten · Dekonditionierung
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Pulmonale Beschwerden und Belastungseinschränkung können durch Entzündung, Atemwegsbeteiligung, Fibrose oder Folgeprobleme entstehen; daneben müssen Herzbeteiligung, pulmonale Hypertonie und andere Erkrankungen als Ursachen mitgedacht werden.
Leber
Unterleibsschmerzen
Eine vergrößerte oder entzündlich veränderte Leber kann bei Sarkoidose Druck- oder Schmerzen im rechten Oberbauch verursachen.
Auswirkungen:
Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch; Einschränkung bei Bewegung oder tiefer Atmung bei deutlicher Organvergrößerung.
Zu prüfen: Der Begriff „Unterleibsschmerzen“ stammt aus der Ausgangsgrafik, ist für eine Leberbeteiligung anatomisch missverständlich; „Oberbauchschmerzen“ oder „Schmerzen im rechten Oberbauch“ wäre wahrscheinlich treffender.
DD:
Gallenwegserkrankungen · Fettleber/Hepatitis · Magen-Darm-Erkrankungen · muskuläre Schmerzen · Tumorerkrankungen
↑ zur Grafik
Juckreiz
Bei einer Sarkoidose der Leber können Störungen des Galleabflusses zu generalisiertem Juckreiz führen.
Auswirkungen:
Schlafstörung; aufgekratzte Haut; erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität bei ausgeprägter Cholestase.
DD:
andere cholestatische Lebererkrankungen · Hauterkrankungen · Allergien · Medikamente · Niereninsuffizienz
↑ zur Grafik
Beeinträchtigte Leberfunktion
Granulomatöse Entzündung der Leber kann Laborwerte verändern und bei ausgeprägter Erkrankung auch die normale Funktion und den Galleabfluss beeinträchtigen.
Auswirkungen:
lange Zeit keine Beschwerden möglich; bei fortschreitender Erkrankung cholestatische Beschwerden, Fibrose oder Zirrhose und portale Hypertonie.
DD:
Fettleber · virale/autoimmune Hepatitis · Alkohol · Medikamente · Gallenwegserkrankungen
↑ zur Grafik
Gelbsucht
Bei schwererer Leber- oder Gallenwegsbeteiligung kann sich Bilirubin anreichern und Haut sowie Augen gelb verfärben.
Auswirkungen:
sichtbare Gelbfärbung von Haut und Augen; häufig zusammen mit dunklem Urin, hellem Stuhl oder Juckreiz bei Cholestase.
DD:
Gallenwegsverschluss · Hepatitis · andere Lebererkrankungen · Hämolyse
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Eine Leberbeteiligung kann lange symptomlos sein; klinische Beschwerden treten eher bei Organvergrößerung, Cholestase oder fortgeschrittener Funktionsstörung auf.
Genitalien / endokrines System
Hormonelle Probleme durch Hypothalamus-/Hypophysenbeteiligung
Eine Neurosarkoidose im Bereich von Hypothalamus oder Hypophyse kann die zentrale Steuerung verschiedener Hormone stören und dadurch unter anderem Veränderungen von Sexualfunktion, Menstruation, Wasserhaushalt oder anderen hormonabhängigen Körperfunktionen verursachen.
Auswirkungen:
Störungen von Menstruation, Sexualfunktion, Fruchtbarkeit oder Wasserhaushalt; je nach betroffener Hormonachse weitere vielfältige körperliche Folgen.
DD:
Hypophysentumoren · andere entzündliche/infiltrative Erkrankungen · Medikamente · primäre hormonelle Erkrankungen
↑ zur Grafik
Veränderungen von Eileitern / Uterus
Eine sehr seltene granulomatöse Sarkoidose der weiblichen Geschlechtsorgane kann deren Gewebe verändern und unter anderem Blutungs-, Schmerz- oder Fertilitätsprobleme verursachen.
Auswirkungen:
Schmerzen oder Blutungsstörungen; mögliche Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit.
DD:
Endometriose · Infektionen · Myome · Tumoren · andere granulomatöse Erkrankungen
↑ zur Grafik
Veränderungen von Hoden / Prostata
Eine sehr seltene granulomatöse Beteiligung von Hoden, Nebenhoden oder Prostata kann Schwellungen oder Knoten verursachen und dadurch insbesondere Tumorerkrankungen imitieren.
Auswirkungen:
Schwellung, Knoten oder Schmerzen; mögliche Beeinträchtigung von Fruchtbarkeit oder Harnabfluss abhängig vom betroffenen Organ.
DD:
Tumoren · Infektionen/Epididymitis · Prostatitis · andere granulomatöse Erkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Diese Organbox fasst zwei unterschiedliche Mechanismen zusammen: seltene direkte Beteiligung von Geschlechtsorganen und hormonelle Folgen einer Hypothalamus-/Hypophysenbeteiligung.
Muskeln
Muskelschmerzen
Sarkoidose kann Muskelschmerzen sowohl im Rahmen einer seltenen direkten Muskelentzündung als auch als nicht organspezifisches Schmerzsymptom verursachen.
Auswirkungen:
verminderte Bewegungs- und Belastungsfähigkeit; Schlafstörung; Schonverhalten und mögliche Dekonditionierung.
DD:
Medikamentennebenwirkungen · Infektionen · andere entzündliche Muskelkrankheiten · Fibromyalgie · körperliche Überlastung
↑ zur Grafik
Brustschmerzen
Brustschmerzen können bei Sarkoidose aus Muskeln und Brustwand stammen, müssen aber wegen möglicher pulmonaler und kardialer Ursachen wesentlich breiter verstanden werden.
Auswirkungen:
Schonatmung oder Bewegungsvermeidung; Schlaf- und Belastungseinschränkung; zugleich muss bei Brustschmerz eine kardiale oder pulmonale Ursache mitbedacht werden.
DD:
koronare Herzkrankheit · Lungenembolie · Infektion/Pleuritis · Reflux · muskuloskelettale Schmerzen · Angst/Panik
↑ zur Grafik
Muskelschwäche
Muskelprobleme bei Sarkoidose können sich weniger als Verlust der maximalen Kraft, sondern vor allem als rasche Ermüdbarkeit und verminderte Muskelausdauer bemerkbar machen. Eine ausgeprägte Muskelschwäche kann daneben bei einer direkten Muskelbeteiligung auftreten.
Auswirkungen:
Treppensteigen, Aufstehen aus dem Sitzen oder Überkopfarbeiten können erschwert sein; erhöhte Sturzgefahr und Verlust körperlicher Selbstständigkeit bei ausgeprägter Schwäche.
DD:
Glukokortikoid-Myopathie · andere entzündliche/neurologische Muskelkrankheiten · Elektrolyt-/Stoffwechselstörungen · Dekonditionierung
↑ zur Grafik
Morgensteifigkeit
Entzündliche Beschwerden von Muskeln, Sehnen oder Gelenken können bei Sarkoidose morgens nach längerer Ruhe besonders ausgeprägt sein.
Auswirkungen:
verzögerter Start in den Tag; vorübergehend eingeschränkte Beweglichkeit und Belastbarkeit.
DD:
rheumatoide Arthritis · Polymyalgia rheumatica · Spondyloarthritis · Arthrose · andere Muskel-/Gelenkerkrankungen
↑ zur Grafik
Schlafapnoe
Schlafapnoe ist bei Sarkoidose relevant, lässt sich aus den verwendeten Gesamtwerken aber nicht überzeugend als typisches Symptom einer direkten Muskelbeteiligung begründen; die Zuordnung in der Ausgangsabbildung sollte geprüft werden.
Auswirkungen:
nicht erholsamer Schlaf; Tagesmüdigkeit und Fatigue; Konzentrationsprobleme; bei ausgeprägter Schlafapnoe zusätzliche Herz-Kreislauf-Belastung.
Zu prüfen: Die Zuordnung von Schlafapnoe zur Muskelbeteiligung in der Ausgangsabbildung ist weiterhin fraglich; die ERS-Monographie beschreibt Schlafapnoe ausdrücklich im Zusammenhang mit oberen Atemwegen.
DD:
Adipositas/obstruktive Schlafapnoe · anatomische Atemwegsverengung · zentrale Schlafapnoe · Medikamente
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Direkte granulomatöse Muskelbeteiligung ist häufig asymptomatisch. Muskelschmerz, Schwäche und verminderte Belastbarkeit können auch durch Fatigue, Small-Fiber-Neuropathie, Medikamente – besonders Glukokortikoide – oder Dekonditionierung entstehen.
Knochen und Gelenke
Geschwollene Gelenke
Entzündung von Gelenken und besonders gelenknahen Weichteilen kann bei Sarkoidose sicht- und tastbare Schwellungen verursachen, klassisch etwa an den Sprunggelenken beim Löfgren-Syndrom.
Auswirkungen:
Schmerzen; eingeschränkte Beweglichkeit; erschwertes Gehen oder Greifen je nach betroffenem Gelenk.
DD:
rheumatoide/Psoriasisarthritis · Gicht/Pseudogicht · Infektion · Arthrose/Verletzung
↑ zur Grafik
Arthritis
Sarkoidose kann eine akute oder chronische entzündliche Gelenkerkrankung verursachen, wobei die akute Sprunggelenksarthritis besonders mit dem Löfgren-Syndrom verbunden ist.
Auswirkungen:
Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkung; vorübergehend oder bei chronischem Verlauf dauerhaft reduzierte Mobilität.
DD:
rheumatoide Arthritis · Spondyloarthritis · Gicht/Pseudogicht · septische Arthritis · virale Arthritis
↑ zur Grafik
Gicht
Gicht ist keine typische direkte granulomatöse Gelenkmanifestation der Sarkoidose, kann aber als Folge einer eingeschränkten Nierenfunktion über eine verminderte Harnsäureausscheidung begünstigt werden.
Auswirkungen:
akute, oft sehr starke Gelenkschmerzen, Rötung und Schwellung; wiederholte Anfälle können die Gelenke dauerhaft schädigen.
Zu prüfen: Die Kausalkette Nierenfunktionsstörung ? verminderte Harnsäureausscheidung ? Hyperurikämie ? Gicht ist medizinisch plausibel; ein direkter Sarkoidose-spezifischer Literaturbeleg für diese Zuordnung sollte noch gezielt ergänzt werden.
DD:
Sarkoidose-assoziierte Arthritis · Pseudogicht · septische Arthritis · andere entzündliche Arthritiden
↑ zur Grafik
Schmerzende Gelenke
Gelenkschmerzen können durch eine entzündliche Gelenk- oder gelenknahe Beteiligung der Sarkoidose entstehen, treten aber auch ohne nachweisbare Arthritis häufig auf.
Auswirkungen:
verminderte Mobilität; Schlafstörung; Einschränkung von Alltag und Bewegung.
DD:
Arthrose · andere entzündliche Arthritiden · Überlastung/Verletzung · Fibromyalgie
↑ zur Grafik
Anlaufschmerzen
Schmerzen und Steifigkeit nach Ruhe können bei entzündlichen Gelenk- oder Sehnenproblemen im Zusammenhang mit Sarkoidose auftreten, sind aber nicht spezifisch.
Auswirkungen:
erschwertes Aufstehen und Losgehen nach Ruhe; vorübergehend eingeschränkte Beweglichkeit.
DD:
Arthrose · entzündliche Arthritis · Sehnen-/Enthesenerkrankungen
↑ zur Grafik
Knochenschmerzen
Granulomatöse Veränderungen des Knochens können Schmerzen verursachen, obwohl eine Knochenbeteiligung häufig auch ohne Beschwerden bleibt.
Auswirkungen:
Bewegungs- oder Belastungsschmerz; je nach Lokalisation Einschränkung von Mobilität und Schlaf.
DD:
Arthrose/Wirbelsäulenerkrankungen · Osteoporose/Fraktur · Infektion · Tumorerkrankungen
↑ zur Grafik
Spontane Frakturen
Knochenbrüche ohne angemessenes Trauma können bei Sarkoidose eher durch verminderte Knochenfestigkeit – einschließlich Osteoporose und Glukokortikoidfolgen – als durch eine typische direkte Sarkoidosemanifestation entstehen.
Auswirkungen:
akute Schmerzen und Funktionsverlust; Immobilität; bei Wirbelkörperfrakturen mögliche Größenabnahme und chronische Rückenschmerzen.
Redaktioneller Hinweis: Spontane Frakturen sind eher eine Folge verminderter Knochenfestigkeit als ein Symptom im engeren Sinn.
DD:
Osteoporose · Glukokortikoidtherapie · Tumorerkrankungen · Stoffwechsel-/Knochenerkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Diese Box mischt direkte muskuloskelettale Manifestationen mit möglichen Folgen. Gicht und spontane Frakturen sollten im weiteren Review besonders daraufhin geprüft werden, ob sie als Symptom, Folge oder Differentialdiagnose am verständlichsten eingeordnet sind.
Haut
Erythema nodosum
Erythema nodosum zeigt sich meist an den Unterschenkeln als plötzlich auftretende, druckschmerzhafte, gerötete und oft deutlich erhabene entzündliche Hautareale. Es ist eine Begleitreaktion der Entzündung; die Veränderungen selbst enthalten keine Sarkoidosegranulome.
Auswirkungen:
druckschmerzhafte Knoten, meist an den Unterschenkeln; Gehen oder längeres Stehen kann schmerzhaft sein.
DD:
Streptokokken-/andere Infektionen · Medikamente · entzündliche Darmerkrankungen · andere systemische Entzündungen
↑ zur Grafik
Lupus pernio
Lupus pernio ist eine besondere Form der Hautsarkoidose mit chronischen, meist rötlich-bläulichen bis violetten und verdickten Hautveränderungen, besonders an Nase, Wangen und Ohren. Nicht jede Sarkoidose der Nase ist ein Lupus pernio.
Auswirkungen:
sichtbare chronische Hautveränderungen; mögliche kosmetische und psychosoziale Belastung; bei ausgeprägter lokaler Erkrankung strukturelle Veränderungen.
DD:
Lupus erythematodes · Rosazea · andere granulomatöse Hauterkrankungen · chronische Infektionen
↑ zur Grafik
Fleckige Hautveränderungen
Hautsarkoidose kann sehr unterschiedlich aussehende Flecken, Papeln oder Plaques verursachen, weil sich granulomatöse Entzündung an zahlreichen Stellen der Haut entwickeln kann.
Auswirkungen:
je nach Form Juckreiz, Schmerz oder kosmetische Belastung; mögliche bleibende Pigmentveränderungen.
DD:
Ekzeme · Psoriasis · Infektionen · Autoimmunerkrankungen · Hauttumoren
↑ zur Grafik
Subkutane Knoten
Bei subkutaner Sarkoidose können Ansammlungen granulomatös entzündeten Gewebes im Unterhautgewebe als feste, meist hautfarbene Knoten tastbar werden.
Auswirkungen:
Druckempfindlichkeit oder Schmerzen; kosmetische Beeinträchtigung abhängig von Größe und Lage.
DD:
Lipome/Zysten · Erythema nodosum · Infektionen · rheumatische Knoten · Tumoren
↑ zur Grafik
Knoten in Narben / Knötchen in Tattoos
Sarkoidosegranulome können bevorzugt in alten Narben oder tätowierter Haut auftreten und dort neu entstehende Verdickungen oder Knötchen verursachen.
Auswirkungen:
Verdickung, Rötung oder Schmerz alter Narben und tätowierter Haut; auffällige Veränderung bisher stabiler Hautareale.
DD:
Fremdkörperreaktion · Infektion · hypertrophe Narbe/Keloid · allergische Tattoo-Reaktion
↑ zur Grafik
Haarausfall
Eine seltene Sarkoidose der Kopfhaut kann Haarfollikel schädigen und dadurch umschriebenen oder vernarbenden Haarausfall verursachen.
Auswirkungen:
sichtbarer Haarverlust; bei vernarbender Kopfhautsarkoidose kann der Haarverlust dauerhaft sein; mögliche psychosoziale Belastung.
DD:
Alopecia areata · hormonelle Ursachen · Medikamente · andere entzündlich-vernarbende Kopfhauterkrankungen
↑ zur Grafik
Hypo-/Hyperpigmentierung
Entzündliche Hautveränderungen bei Sarkoidose können die Pigmentbildung verändern und dadurch hellere oder dunklere Hautareale hinterlassen.
Auswirkungen:
helle oder dunkle Hautareale können nach Entzündungen länger bestehen bleiben und kosmetisch belastend sein.
DD:
postentzündliche Pigmentstörungen anderer Ursache · Vitiligo · Medikamente · andere Hauterkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Hautsarkoidose kann sehr unterschiedlich aussehen. Neben körperlichen Beschwerden können sichtbare oder bleibende Hautveränderungen eine erhebliche kosmetische und psychosoziale Auswirkung haben.
Zentrales Nervensystem
Kopfschmerzen
Eine Neurosarkoidose kann durch Entzündung von Hirnhäuten, Gehirnstrukturen oder Hirnnerven Kopfschmerzen verursachen, wobei Kopfschmerzen allein äußerst unspezifisch sind.
Auswirkungen:
Schlaf- und Konzentrationsstörung; Einschränkung von Alltag und Arbeit; je nach zugrunde liegender ZNS-Beteiligung können weitere neurologische Symptome hinzukommen.
DD:
Migräne/Spannungskopfschmerz · Infektion · Gefäßerkrankungen · Medikamente · andere neurologische Erkrankungen
↑ zur Grafik
Schwindel
Schwindel bezeichnet unterschiedliche Empfindungen von Drehen, Schwanken oder Benommenheit und kann bei Sarkoidose zahlreiche neurologische, kardiovaskuläre oder andere Ursachen haben. Beim Kartenspielen ist Schwindeln dagegen ein Ausschlusskriterium.
Auswirkungen:
Unsicherheit beim Gehen; Sturzrisiko; eingeschränkte Fahrtüchtigkeit und Belastbarkeit.
DD:
Innenohrerkrankungen · orthostatische Kreislaufstörung · andere Herz-/neurologische Erkrankungen · Medikamente
↑ zur Grafik
Epilepsie
Entzündliche Veränderungen des Gehirns bei Neurosarkoidose können die elektrische Aktivität stören und epileptische Anfälle auslösen.
Auswirkungen:
Bewusstseinsverlust oder Verletzungsrisiko; Einschränkungen beim Autofahren und bei gefährlichen Tätigkeiten.
DD:
andere strukturelle Hirnerkrankungen · Infektionen · Tumoren · Gefäßerkrankungen · Stoffwechselstörungen · idiopathische Epilepsie
↑ zur Grafik
Drohende Querschnittlähmung
Eine Sarkoidose des Rückenmarks oder seiner umgebenden Strukturen kann Nervenbahnen schädigen und dadurch fortschreitende Schwäche, Sensibilitätsstörungen bis hin zu einer Querschnittsymptomatik verursachen.
Auswirkungen:
zunehmende Schwäche, Sensibilitätsstörungen und mögliche Blasen-/Darmstörungen; im schweren Verlauf Verlust von Gehfähigkeit und Selbstständigkeit.
DD:
Bandscheiben-/Wirbelsäulenerkrankungen · Tumoren · Multiple Sklerose/andere Myelitiden · Infektionen · Gefäßerkrankungen
↑ zur Grafik
Bewusstseinsverlust
Bewusstseinsverlust kann bei Sarkoidose neurologisch bedingt sein, aber ebenso durch kardiale Rhythmusstörungen entstehen und ist deshalb kein spezifisches Zeichen einer Neurosarkoidose.
Auswirkungen:
Sturz- und Verletzungsrisiko; mögliche Einschränkung der Fahrtüchtigkeit; je nach Ursache Hinweis auf eine relevante neurologische oder kardiale Störung.
DD:
Synkope · Epilepsie · Herzrhythmusstörungen · Stoffwechselstörungen · Medikamente
↑ zur Grafik
Gesichtslähmung
Der Gesichtsnerv verläuft vom Hirnstamm durch Schädel und Ohrregion und verzweigt sich schließlich innerhalb der Ohrspeicheldrüse. Eine Gesichtslähmung kann deshalb bei Sarkoidose durch eine Beteiligung des Nervs an unterschiedlichen Abschnitten seines Verlaufs auftreten und beispielsweise auch mit einer Entzündung oder Vergrößerung der Ohrspeicheldrüse zusammenhängen.
Auswirkungen:
unvollständiger Lidschluss mit Austrocknung des Auges; Probleme beim Sprechen, Trinken oder Essen; sichtbare Beeinträchtigung der Mimik.
DD:
idiopathische Bell-Parese · Borreliose · Herpes zoster · Schlaganfall · Tumoren
↑ zur Grafik
Sehverlust / Blindheit
Neurosarkoidose kann Sehbahn oder Sehnerv schädigen, während Sarkoidose zusätzlich das Auge selbst entzünden und dadurch das Sehvermögen gefährden kann.
Auswirkungen:
Einschränkungen bei Lesen, Orientierung, Arbeit und Fahrtüchtigkeit; bei schwerem Verlauf dauerhafter Verlust des Sehvermögens.
Redaktioneller Hinweis: Sehverlust/Blindheit ist eine mögliche Folge unterschiedlicher Augen- oder ZNS-Beteiligungen und kein spezifischer Mechanismus für sich.
DD:
andere Optikusneuropathien · Multiple Sklerose · Gefäßerkrankungen · Glaukom/Netzhauterkrankungen · andere Uveitiden
↑ zur Grafik
Psychiatrische Probleme / Psychosen
Eine Neurosarkoidose kann selten durch Veränderungen des Gehirns psychiatrische Symptome bis hin zu Psychosen verursachen, während psychische Beschwerden bei Sarkoidose wesentlich häufiger andere Ursachen haben.
Auswirkungen:
Veränderungen von Wahrnehmung, Denken oder Verhalten; erhebliche Einschränkungen von Selbstständigkeit, Beziehungen und Alltag möglich.
DD:
primär psychiatrische Erkrankungen · Medikamente insbesondere Glukokortikoide · Stoffwechselstörungen · Infektionen · andere neurologische Erkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Mehrere Begriffe in dieser Box können über unterschiedliche Mechanismen entstehen. Schwindel, Bewusstseinsverlust oder Sehverlust sind deshalb nicht automatisch Beweise für eine Neurosarkoidose.
Augen
Trockene Augen
Sarkoidose kann Tränendrüsen und Augenoberfläche betreffen und dadurch die Tränenproduktion oder den Tränenfilm beeinträchtigen.
Auswirkungen:
Brennen, Fremdkörpergefühl und wechselnd verschwommenes Sehen; besonders morgens kann das Lid am stark trockenen Auge regelrecht haften oder festkleben. Bei ausgeprägter Trockenheit können Hornhautreizungen oder -schäden entstehen.
DD:
Sjögren-Syndrom · Medikamente · Meibomdrüsen-Dysfunktion · Alter/Umweltfaktoren
↑ zur Grafik
Rote, schmerzende und/oder tränende Augen
Eine Entzündung verschiedener Augenabschnitte, besonders eine Uveitis, kann bei Sarkoidose Rötung, Schmerzen und vermehrten Tränenfluss verursachen.
Auswirkungen:
Lichtscheu und Sehverschlechterung; Schmerzen können Alltag, Lesen und Bildschirmarbeit deutlich beeinträchtigen.
DD:
infektiöse/andere Uveitis · Konjunktivitis · Keratitis · Glaukom · andere entzündliche Erkrankungen
↑ zur Grafik
Verschwommenes Sehen
Entzündung von Uvea, Netzhaut, Sehnerv oder anderen Augenstrukturen kann bei okulärer Sarkoidose die Bildübertragung beeinträchtigen und verschwommenes Sehen verursachen.
Auswirkungen:
Einschränkungen beim Lesen, Autofahren und Arbeiten; je nach Ursache Gefahr einer bleibenden Sehverschlechterung.
DD:
Fehlsichtigkeit/Katarakt · Makula-/Netzhauterkrankungen · Glaukom · andere Uveitiden · neurologische Erkrankungen
↑ zur Grafik
Sehen von Flecken
Entzündungszellen oder Veränderungen im Glaskörper und an der Netzhaut können als Punkte, Schlieren oder „Floater“ im Gesichtsfeld wahrgenommen werden.
Auswirkungen:
Störung des Gesichtsfelds und der visuellen Wahrnehmung; neue oder deutlich zunehmende Flecken können auf eine relevante Augenveränderung hinweisen.
DD:
harmlose Glaskörpertrübungen · Netzhautriss/-ablösung · Blutung · andere Uveitiden
↑ zur Grafik
Lichtempfindlichkeit
Entzündungen besonders im vorderen Augenabschnitt können dazu führen, dass helles Licht unangenehm oder schmerzhaft wahrgenommen wird.
Auswirkungen:
Meiden von hellem Licht; Schmerzen oder erschwertes Sehen im Freien und an Bildschirmen.
DD:
andere Uveitiden · Migräne · Hornhautentzündung · Infektionen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Augenbeteiligungen können das Sehvermögen bedrohen; zugleich können trockene Augen sehr alltägliche, aber belastende Folgen bis zu Hornhautreizungen haben. Beschwerdestärke und Gefährdung des Sehvermögens müssen nicht parallel verlaufen.
Herz
Herzrasen
Entzündung und spätere Narbenbildung im Herzmuskel können das elektrische Reizleitungs- und Erregungssystem stören und dadurch einen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag verursachen.
Auswirkungen:
Unruhe oder Herzklopfen; Schwindel oder Präsynkope; verminderte Belastbarkeit.
DD:
andere Herzrhythmusstörungen · Schilddrüsenüberfunktion · Anämie · Infektion/Fieber · Medikamente/Stimulanzien · Angst
↑ zur Grafik
Schwindelanfälle mit oder ohne Ohnmacht
Herzrhythmus- oder Reizleitungsstörungen bei kardialer Sarkoidose können die Pumpleistung kurzfristig so vermindern, dass das Gehirn nicht ausreichend mit Blut versorgt wird und Schwindel oder Ohnmacht entstehen.
Auswirkungen:
Sturz- und Verletzungsrisiko; Einschränkungen beim Autofahren oder bei Tätigkeiten mit Absturzgefahr; mögliche Warnung vor relevanten Rhythmusstörungen.
DD:
vasovagale/orthostatische Synkope · andere Herzrhythmusstörungen · Medikamente · neurologische Ursachen
↑ zur Grafik
Rhythmusstörungen
Rhythmusstörungen können bei kardialer Sarkoidose durch Störungen der elektrischen Erregungsbildung oder -leitung entstehen. Sie können als Herzrasen, Herzstolpern, einzelne besonders kräftige Schläge oder als scheinbare „Aussetzer“ wahrgenommen werden; manche bleiben unbemerkt.
Auswirkungen:
Herzklopfen; Schwindel oder Synkope; verminderte Pumpleistung bis Herzinsuffizienz; in schweren Fällen Gefahr des plötzlichen Herztods.
DD:
koronare Herzkrankheit · andere Kardiomyopathien · Elektrolytstörungen · Schilddrüsenerkrankungen · Medikamente · angeborene Rhythmusstörungen
↑ zur Grafik
Plötzlicher Herztod
Schwere ventrikuläre Rhythmusstörungen oder ausgeprägte Störungen der elektrischen Erregungsleitung können bei kardialer Sarkoidose in seltenen Fällen zum plötzlichen Herztod führen.
Auswirkungen:
ist selbst keine bemerkbare Vorstufe, sondern eine mögliche schwerwiegende Folge kardialer Rhythmus- oder Reizleitungsstörungen.
DD:
koronare Herzkrankheit/Herzinfarkt · andere Kardiomyopathien · primäre elektrische Herzerkrankungen · Lungenembolie
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: In dieser Box stehen unmittelbare Beschwerden und schwere Folgen nebeneinander. Die Rubrik „Auswirkungen“ soll sichtbar machen, dass etwa plötzlicher Herztod keine Beschwerde, sondern eine mögliche Komplikation ist.
Milz
Bauchschmerzen bei vergrößerter Milz
Eine durch Sarkoidose vergrößerte Milz kann ihre Kapsel spannen und dadurch Druckgefühl oder Schmerzen besonders im linken Oberbauch verursachen.
Auswirkungen:
Druck- oder Völlegefühl im linken Oberbauch; bei deutlicher Vergrößerung rasches Sättigungsgefühl.
DD:
Infektionen · Leber-/Pfortadererkrankungen · hämatologische Erkrankungen · Lymphome
↑ zur Grafik
Anämie-/Thrombopenie-/Leukopenie-ähnliche Symptome
Eine stark vergrößerte Milz kann vermehrt Blutzellen zurückhalten oder abbauen und dadurch Beschwerden einer verminderten Zahl roter oder weißer Blutkörperchen beziehungsweise Blutplättchen verursachen.
Auswirkungen:
Müdigkeit und Atemnot bei Anämie; erhöhte Infektanfälligkeit bei Leukopenie; Hämatome oder Blutungsneigung bei Thrombopenie.
DD:
Knochenmarkerkrankungen · Blutverlust · Vitamin-/Eisenmangel · Medikamente · Autoimmunerkrankungen · Infektionen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Milzbeteiligung kann symptomlos bleiben. Zytopenien können als Folge einer stark vergrößerten Milz entstehen und ähnliche Beschwerden verursachen wie eine Knochenmarkbeteiligung.
Niere
Hyperkalzämie
Ein erhöhter Kalziumspiegel im Blut kann bei Sarkoidose durch den veränderten Vitamin-D- und Kalziumstoffwechsel entstehen und unter anderem starken Durst, häufiges Wasserlassen, Verstopfung, Müdigkeit oder Muskelschwäche verursachen.
Auswirkungen:
starker Durst und häufiges Wasserlassen; Verstopfung, Übelkeit, Müdigkeit oder Muskelschwäche. Die erhöhte Kalziumbelastung kann mit Hyperkalzurie, Nierensteinen, Nephrokalzinose sowie akuter oder chronischer Nierenschädigung einhergehen.
DD:
primärer Hyperparathyreoidismus · Tumorerkrankungen · andere granulomatöse Erkrankungen · Medikamente · übermäßige Vitamin-D-/Kalziumzufuhr
↑ zur Grafik
Hyperkalzurie
Durch den bei Sarkoidose veränderten Vitamin-D- und Kalziumstoffwechsel kann zu viel Kalzium über den Urin ausgeschieden werden und dadurch das Risiko für Nierensteine und Kalziumablagerungen erhöhen.
Auswirkungen:
Nierensteine; Nephrokalzinose; Hämaturie oder Koliken durch Steine; bei länger anhaltender Schädigung Einschränkung der Nierenfunktion bis zum Nierenversagen.
DD:
Hyperparathyreoidismus · hohe Vitamin-D-/Kalziumzufuhr · andere Stoffwechselerkrankungen · Medikamente
↑ zur Grafik
Nierenversagen
Sarkoidose kann die Nieren sowohl durch eine Entzündung des Nierengewebes als auch indirekt durch Störungen des Kalziumstoffwechsels mit Steinen oder Kalziumablagerungen schädigen und dadurch die Nierenfunktion vermindern.
Auswirkungen:
kann lange symptomarm bleiben; später unter anderem Müdigkeit, Übelkeit, Ödeme, Blutdruck- und Elektrolytprobleme sowie bei schwerer Ausprägung verminderte Urinmenge.
Zu prüfen: Chronische renale Sarkoidose kann mit interstitieller Fibrose und Tubulusatrophie bis zur chronischen Niereninsuffizienz fortschreiten. Ob der anschauliche Begriff „Schrumpfniere“ als möglicher Spätzustand hier sinnvoll und literaturgestützt verwendet werden kann, sollte nephrologisch gegengelesen werden.
DD:
Diabetes · Bluthochdruck · Gefäßerkrankungen · Medikamente · Infektionen · andere entzündliche Nierenerkrankungen · Harnabflussstörung
↑ zur Grafik
Nierensteine
Bei Sarkoidose kann eine erhöhte Kalziumausscheidung im Urin die Bildung von Nierensteinen begünstigen, die unter anderem heftige Flanken-/Rückenschmerzen und Blut im Urin verursachen können.
Auswirkungen:
heftige Flanken- oder Rückenschmerzen; Blut im Urin; Harnabflussstörung und Infektionen; bei wiederholter oder anhaltender Belastung zusätzliche Nierenschädigung.
DD:
andere Stoffwechselstörungen · geringe Flüssigkeitszufuhr · Harnwegsinfektionen/-anomalien · Ernährung/Medikamente
↑ zur Grafik
Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind sehr häufig und haben meist muskuloskelettale Ursachen. Im Zusammenhang mit Nierenproblemen können insbesondere Nierensteine starke Flanken- oder Rückenschmerzen verursachen.
Auswirkungen:
bei Steinabgang kolikartige Schmerzen; mögliche Ausstrahlung in Unterbauch oder Leiste; Bewegung und Alltag können stark eingeschränkt sein.
DD:
Wirbelsäule/Muskulatur · Nierensteine anderer Ursache · Harnwegsinfektion · andere Nierenerkrankungen
↑ zur Grafik
Blut im Harn
Blut im Urin kann bei Sarkoidose beispielsweise durch Nierensteine oder eine Nierenbeteiligung auftreten, ist jedoch kein spezifisches Sarkoidosezeichen.
Auswirkungen:
sichtbare oder nur im Labor erkennbare Hämaturie; je nach Ursache Hinweis auf Steine, Entzündung oder andere Erkrankungen des Harntrakts.
DD:
Harnwegsinfektion · Steine · Tumoren der Harnwege · andere Nierenerkrankungen · Gerinnungsstörungen
↑ zur Grafik
Oligurie
Eine deutlich verminderte Urinmenge kann bei schwerer Nierenfunktionsstörung auftreten, ist aber kein für Sarkoidose charakteristisches Symptom.
Auswirkungen:
Flüssigkeitsansammlung und Ödeme; Elektrolyt- und Stoffwechselstörungen; bei schwerer Nierenfunktionsstörung Gefahr weiterer systemischer Komplikationen.
DD:
Flüssigkeitsmangel · akute oder chronische Nierenschädigung anderer Ursache · Herzinsuffizienz · Harnabflussstörung
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Zwei wichtige Wege müssen auseinandergehalten werden: direkte granulomatöse/tubulointerstitielle Nierenbeteiligung und indirekte Nierenschädigung über den gestörten Vitamin-D- und Kalziumstoffwechsel. Beide können zunächst wenig Beschwerden verursachen und langfristig die Nierenfunktion schädigen.
Knochenmark
Schmerzen
Eine seltene Knochenmark- oder Knochenbeteiligung der Sarkoidose kann Schmerzen verursachen, wobei Schmerzen allein keinerlei spezifischen Hinweis darauf geben.
Auswirkungen:
anhaltende oder lokalisierte Schmerzen können Bewegung und Schlaf beeinträchtigen, sind für eine Knochenmarkbeteiligung aber wenig spezifisch.
Zu prüfen: In der Ausgangsabbildung ist „Schmerzen“ dem Knochenmark zugeordnet; die Abgrenzung gegenüber einer Knochenbeteiligung ist inhaltlich unscharf.
DD:
muskuloskelettale Ursachen · Infektionen · hämatologische Erkrankungen · Tumorerkrankungen
↑ zur Grafik
Anämie-/Thrombopenie-/Leukopenie-ähnliche Symptome
Eine seltene Knochenmarkbeteiligung kann die Blutbildung beeinträchtigen und dadurch etwa Müdigkeit und Atemnot bei Anämie, Blutungsneigung bei Thrombopenie oder erhöhte Infektanfälligkeit bei Leukopenie verursachen.
Auswirkungen:
Müdigkeit, Atemnot und Herzklopfen bei Anämie; Blutungsneigung bei Thrombopenie; erhöhte Infektanfälligkeit bei Leukopenie.
DD:
Medikamente · Vitamin-/Eisenmangel · Blutverlust · Infektionen · Autoimmun- und hämatologische Erkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Anämie, Leukopenie oder Thrombopenie beweisen keine Knochenmarkbeteiligung; ähnliche Blutbildveränderungen können unter anderem durch eine vergrößerte Milz, Medikamente, Mangelzustände oder andere hämatologische Ursachen entstehen.
Small-Fiber-Neuropathie – autonom
Schwindelanfälle / orthostatische Symptome
Sind kleine autonome Nervenfasern geschädigt, können sich die Blutgefäße beim Aufstehen zu langsam anspannen, der Blutdruck fällt ab und die vorübergehend geringere Hirndurchblutung verursacht Schwindel oder Benommenheit.
Auswirkungen:
Unsicherheit beim Stehen und Gehen; Sturz- oder Ohnmachtsrisiko; eingeschränkte Belastbarkeit im aufrechten Körperzustand.
DD:
Flüssigkeitsmangel · Medikamente · andere autonome Neuropathien · Herz-/Kreislauferkrankungen
↑ zur Grafik
Herzrhythmusstörungen / Herzklopfen
Eine autonome Neuropathie kann die unbewusste Regulation von Herzfrequenz und Kreislauf beeinträchtigen und dadurch Herzklopfen oder auffällige Frequenzänderungen verursachen.
Auswirkungen:
Unruhe, Benommenheit oder Leistungsminderung; kardiale Ursachen müssen wegen der möglichen Herzsarkoidose besonders sorgfältig abgegrenzt werden.
DD:
kardiale Sarkoidose · andere Arrhythmien · Schilddrüsenerkrankungen · Anämie · Medikamente
↑ zur Grafik
Erröten
Eine gestörte autonome Steuerung kleiner Hautgefäße kann anfallsartige Rötungen der Haut verursachen.
Auswirkungen:
sichtbare anfallsartige Hautrötung; Hitzegefühl und soziale Belastung möglich.
DD:
Menopause · Medikamente · Rosazea · hormonelle/neuroendokrine Ursachen
↑ zur Grafik
Schwitzen
Eine Schädigung autonomer kleiner Nervenfasern kann die Schweißdrüsensteuerung verändern und dadurch zu vermindertem oder verstärktem, auch nächtlichem Schwitzen führen.
Auswirkungen:
Überhitzung bei vermindertem Schwitzen oder störendes starkes Schwitzen; Schlafstörung durch nächtliches Schwitzen.
DD:
Infektionen · Menopause · Schilddrüsenerkrankungen · Medikamente · Tumorerkrankungen
↑ zur Grafik
Missempfindungen
Small-Fiber-Neuropathie kann spontane unangenehme Hautempfindungen wie Brennen, Kribbeln oder Ameisenlaufen verursachen.
Auswirkungen:
unangenehme spontane Hautempfindungen; Schlaf- und Konzentrationsstörung; mögliche Berührungsempfindlichkeit.
Zu prüfen: „Missempfindungen“ passen primär zur sensorischen Small-Fiber-Neuropathie; die Doppelzuordnung in der Ausgangsabbildung sollte fachlich geklärt werden.
DD:
Diabetes · Vitaminmangel · Schilddrüsenerkrankungen · Medikamente/Toxine · andere Neuropathien
↑ zur Grafik
Trockener Mund
Eine autonome Neuropathie kann die nervale Steuerung der Speichelproduktion beeinträchtigen und dadurch Mundtrockenheit verursachen.
Auswirkungen:
Kau-, Schluck- und Sprechprobleme; deutlich erhöhtes Risiko für Karies und andere Zahn- und Mundprobleme. Das ständige Bedürfnis zu trinken, zu lutschen oder zu kauen, um den Speichelfluss anzuregen, kann die Zahngesundheit zusätzlich beeinflussen – besonders bei zuckerhaltigen Produkten.
DD:
Medikamente · Sjögren-Syndrom · Dehydratation · Speicheldrüsenerkrankungen
↑ zur Grafik
Sexuelle Störungen / Erektionsprobleme
Eine autonome Neuropathie kann Nervenfunktionen beeinträchtigen, die Durchblutung und sexuelle Reaktionen steuern, und dadurch sexuelle Funktionsstörungen verursachen.
Auswirkungen:
Beeinträchtigung von Sexualität, Partnerschaft und Lebensqualität.
DD:
Gefäßerkrankungen · Diabetes · hormonelle Ursachen · Medikamente · psychische Faktoren
↑ zur Grafik
Harnverhalt / Inkontinenz
Eine gestörte autonome Steuerung von Blase und Schließmuskeln kann dazu führen, dass die Blase sich nicht richtig entleert oder Urin ungewollt abgeht.
Auswirkungen:
Restharn, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Überdehnung der Blase bei Harnverhalt; soziale und praktische Belastung bei Inkontinenz.
DD:
urologische Erkrankungen · Prostataerkrankungen · Medikamente · andere neurologische Erkrankungen · Beckenbodenstörungen
↑ zur Grafik
Gastroparese
Eine autonome Neuropathie kann die Magenbewegung verlangsamen, sodass Nahrung ungewöhnlich lange im Magen bleibt und Völlegefühl, Übelkeit oder frühe Sättigung entstehen können.
Auswirkungen:
frühe Sättigung, Übelkeit, Erbrechen oder Gewichtsverlust; erschwerte Nahrungsaufnahme und schwankende Medikamentenaufnahme möglich.
DD:
Diabetes · Medikamente · mechanische Abflussbehinderung · andere neurologische Erkrankungen
↑ zur Grafik
Darmbeschwerden / Durchfall / Verstopfung
Eine gestörte autonome Steuerung des Darms kann seine Beweglichkeit verändern und dadurch wechselnde Verdauungsbeschwerden, Durchfall oder Verstopfung verursachen.
Auswirkungen:
Bauchschmerzen, Blähgefühl, unvorhersehbarer Stuhlgang und erhebliche Einschränkungen von Alltag und sozialer Aktivität.
DD:
Reizdarm · Infektionen · Medikamente · Nahrungsmittelunverträglichkeiten · entzündliche Darmerkrankungen
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Autonome Small-Fiber-Neuropathie kann viele Organsysteme funktionell beeinflussen, ohne dass dort eine granulomatöse Organbeteiligung vorliegen muss. Gerade Herzklopfen, Blasen- und Magen-Darm-Beschwerden verlangen daher eine breite Differentialdiagnose.
Small-Fiber-Neuropathie – sensorisch
Schmerzen
Geschädigte kleine sensorische Nervenfasern können ohne äußere Verletzung brennende, stechende oder elektrisierende neuropathische Schmerzen erzeugen.
Auswirkungen:
Schlafstörung; Einschränkung von Bewegung und Alltag; Berührung oder Kleidung können bei Überempfindlichkeit zusätzlich schmerzhaft sein.
DD:
Diabetes · Vitaminmangel · andere Polyneuropathien · muskuloskelettale Schmerzen · Medikamente/Toxine
↑ zur Grafik
Gestörtes Temperaturempfinden
Da kleine Nervenfasern Wärme und Kälte vermitteln, kann ihre Schädigung dazu führen, dass Temperaturen vermindert, verstärkt oder falsch wahrgenommen werden.
Auswirkungen:
Hitze oder Kälte können vermindert, verstärkt oder falsch wahrgenommen werden; schädliche Temperaturreize können dadurch schlechter erkannt werden.
DD:
andere Polyneuropathien · Rückenmark-/Nervenerkrankungen · Diabetes
↑ zur Grafik
Missempfindungen
Die Schädigung kleiner sensorischer Fasern kann Kribbeln, Brennen, Stechen oder andere Empfindungen hervorrufen, obwohl kein entsprechender äußerer Reiz vorhanden ist.
Auswirkungen:
Kribbeln, Brennen oder Stechen können dauerhaft oder anfallsartig auftreten und Schlaf, Konzentration und Bewegung beeinträchtigen.
DD:
andere Polyneuropathien · Vitaminmangel · Diabetes · Nervenkompression · Medikamente/Toxine
↑ zur Grafik
Allodynie
Bei Allodynie verarbeitet das geschädigte Nervensystem normalerweise harmlose Berührungs- oder Temperaturreize als Schmerz, sodass beispielsweise Kleidung oder leichtes Berühren wehtun kann.
Auswirkungen:
Kleidung, Bettdecke oder leichte Berührung können Schmerzen auslösen; Schlaf und normale Alltagsaktivitäten können dadurch deutlich erschwert werden.
DD:
andere neuropathische Schmerzerkrankungen · Migräne · komplexes regionales Schmerzsyndrom
↑ zur Grafik
Restless Legs
Unangenehme Empfindungen und Bewegungsdrang in den Beinen können bei Sarkoidose/SFN auftreten, besonders in Ruhe und abends oder nachts.
Auswirkungen:
Einschlaf- und Durchschlafstörungen; Tagesmüdigkeit und Fatigue; ausgeprägter Bewegungsdrang in Ruhe.
DD:
Eisenmangel · Niereninsuffizienz · Medikamente · Schwangerschaft · idiopathisches Restless-Legs-Syndrom
↑ zur Grafik
Allgemeine Bemerkung: Sensorische Small-Fiber-Neuropathie betrifft vor allem Schmerz- und Temperaturempfinden. Die Beschwerden können stark sein, obwohl Kraft, Reflexe und klassische Nervenleitungsuntersuchungen unauffällig sein können.